Du hast es verdient nach einem langen, spannendem und aufregendem Leben Dich auszuruhen.
Farewell kleiner Teufel...

Facts 

Offizieller Name: Chegoggin-Boy the Tolling Hunter
Rufname: Lexon
Geburtstag: 12.01.2000
Gestorben am: 13.09.2014
Zuchtbuchnummer: DRC-T 00-0065
Vater: Crofter Luwin v. d. Echtinger Grift
Mutter: Antigonish Girl The Tolling Hunter
Größe: 45cm
Gewicht: 13kg
Züchter: Dr. Anton Schwieters - The Tolling Hunter

 

Gesundheitsergebnisse

HD: A1

 

Lexons Geschichte

Lexon war mein erster Toller und er kam, nach einer langen und turbulenten Reise, im Juni 2004 zu mir.

Durch Zufall stieß ich Ende Mai 2004 auf eine Anzeige auf der DRC Homepage, in der für einen 4 jährigen Toller Rüden ein neues zu Hause gesucht wurde. Da ich mich zu diesem Zeitpunkt schon etwas über 2 Jahre mit der Rasse beschäftigt hatte, war die Verlockung groß. 

2 Wochen kämpfte mein Herz gegen den Kopf und ich schaffte es wirklich 2 Wochen die angegebene Telefonnummer zu „übersehen“. 
Nach 2 Wochen rief ich dann doch an und fuhr 3 Tage später fast 700km an die Nordsee um Lexon zu begutachten.

Dem Vorbericht nach zu urteilen, hatte er Kind und Mann gebissen und war mit Rüden nicht verträglich (aus diesem Grund wurde er dort dann auch kastriert).Außerdem lebte er dort auch gerade erst 8 Wochen, nachdem er von seinen ersten Besitzern wegen Zeitmangels abgegeben wurde.

Ich fuhr also mit Gus, einer lieben Arbeitskollegin, ihrem Freund und der Bearded Collie Hündin Penny an die Nordsee um mir ein eigenes Bild zu machen. 

Dort angekommen erlebte ich einen intelligenten, lustigen und kleinen roten Kerl, der Spaß am Leben hatte, allerdings nicht wirklich im Kommando stand. Auf einer eingezäunten Wiese, brachten wir dann Gus und Lexon zusammen. Die zwei begrüßten sich kurz Macho-Like und flitzten wenige Minuten später zusammen über die Wiese. Selbst als Penny dazu kam gab es keinen Stress.

Aus den Erzählungen heraus, konnte ich deutlich hören, das Lexon in Situationen auffällig geworden sei die meiner Meinung nach mit genug Hundeverstand hätten vermieden werden können.

Ich schloss Lexon sofort in mein Herz, konnte ihn allerdings nicht sofort mitnehmen, da ich zu Hause noch einige Dinge regeln musste.

Zwei Wochen später saß ich mit meinem Vater dann wieder im Auto Richtung Norden und holte Lexon ab.
Wieder zu Hause angekommen stellte sich schnell heraus, dass es sehr stark am Gehorsam mangelt und wir dringend etwas tun müssen. Ich hatte diesen Part ehrlich gesagt unterschätzt. Ich dachte, ich würde ihn mit ein paar Sondertrainingseinheiten schon auf die Richtige Bahn lenken – Pustekuchen da hatte ich nicht mit Lexons Eigensinn gerechnet. Also musste ich meine Ansprüche auf Null fahren und ganz von vorne Anfangen. Dies zu akzeptieren und zu lernen war für mich eine gute, wichtige aber auch nicht immer leichte Erfahrung.

Ich machte mir viele Gedanken und sprach mit vielen Fachleuten darüber, wie wir die Sache am besten angehen könnten. 

Mein Plan stand. Lexon bekam ab sofort nur noch Futter aus der Hand, blieb draußen an der Schleppleine und die Ressourcen wie Liegeplätze, Spielzeug etc. wurden sehr genau von mir eingeteilt. Außerdem begann ich ihn auf den Clicker zu konditionieren.

Grade die Arbeit an den Basics (Sitz, Platz, Hier etc.) hatte er mit Hilfe des Clickers schnell drauf. Unser größeres Problem war allerdings die Bindung. Ich kannte es von Gus gar nicht, das ich einfach übersehen werde. Lexon war darin Meister. Grade im Haus, sah und hörte ich ihn kaum, er kam zwar um sich sein Futter zu verdienen oder sich mal eine Streicheleinheit abzuholen, mehr aber auch nicht. Körperkontakt schien er gar nicht zu brauchen. Er brauchte mich einfach nur als Futterautomat. Diese Erfahrung zu machen war für mich wirklich hart, aber ich wollte keinen Falls aufgeben. Ich hielt einfach an meinem Plan fest und nach 2 Jahren bekam ich endlich das langersehnte erste Schwanzwedeln. Endlich hatte ich das Gefühl er nimmt mich wahr und es geht voran.

Natürlich hatten wir etliche andere Baustellen…

Lexon ergriff regelmäßig, eigentlich immer sobald sich die Situation ergab, die Flucht und ließ sich nur schwer wieder einfangen. Er fraß alles was er finden konnte. So kam er auch 4x in den Genuss, das wir ihn erbrechnen lassen mussten.

Wir beide haben wirklich viel, lange und schwer gearbeitet und haben Step-by-Step in klitzekleinen Schritten zu einander gefunden.

Nach gut 4 Jahren war es uns dann möglich in die Dummyarbeit einzusteigen, was uns viel Freude bereitete. Ich denke grade durch die Dummyarbeit haben wir noch ein gutes Stück näher zueinander gefunden. 

Mit der Zeit, lernte ich Lexon zu lesen, und wusste genau wie er tickt. Sein fröhliches Wesen, den Kasper in ihm, den „guck mal was ich kann Blick“, wird mir immer in Erinnerung bleiben und über seine witzigen Aktionen könnte ich Geschichten erzählen… ;-)

Sicherlich war mit Lexon einiges anders, wie mit Gus und Wilby, aber grade DAS machte es so besonders.